Hebephrenie

Loslassen, aber nicht torkeln. Loslassen, aber nicht. Loslassen, aber. Loslassen.
Im Abglanz der Hochhäuser sehe ich, dass ich organisch bin. Mit einer Schere schneide ich an meinem Körper, mit meinen Händen forme ich den Klumpen. Als die Form geschichtet ist, glänzt Sonne in den Türmen. Mein Atem geht kürzer und mein Körper ist zerstört. Über viele Bahnen gerät noch Sauerstoff in meine Lungen, kommt noch Blut an die wesentlichen Orte. Neben den Abgasen aber werden die Wunden schmutzig und schwarz. Mein Klumpen nur strahlt für sich und bleibt unberührt. Kinder, Kaufmänner und ein Einkaufswagen gleiten an ihm vorbei. Ich kann schauen und ihn alleine lassen. Loslassen kann ich ihn nicht.
Ich stehe vor einer Wand, die ich nicht abtragen werde. Meine Blutung beginnt jetzt. Was auch immer in der Luft ist, vergiftet mich. Wir müssen nur wenig von uns abtragen, um wirklich zu verbluten. Der Rest bleibt Klumpen und hoffentlich in dieser Welt.

Dergestalt, 2019.

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