Early Acidcats mit Louis Wain

Heute möchte ich euch einen Maler vorstellen, der vor allem über eine (teils sicher pseudo-)psychiatrische Kontroverse bekannt wurde. Der Brite Louis Wain (1860-1939) arbeitete zunächst als Karikaturist, ehe er aufgrund heftiger Stimmungsschwankungen schließlich und bis zu seinem Tod in psychiatrische Behandlung gegeben wurde. Hatte er zuvor lustige, aber stilistisch eher konventionelle Darstellungen vermenschlichter Katzen gemalt, oft Parodien gesellschaftlicher Klischees, fertigte er während seiner Zeit in der Anstalt plötzlich schrillbunte Katzenportraits an. Heute wirken diese Portraits psychedelisch, in ihren radikalsten Ausprägungen sind sie sogar abstrakt. Eigentlich ein typischer Fall von „Genie und Wahnsinn“, da mit Wains „mental deterioration“ neue Schaffenskräfte freiwurden, die letztlich deutlich innovativer und kraftvoller wirken als seine netten Karikaturen zuvor. Inwiefern man hier kausal von der Krankheit auf das Schaffen schließen kann, bleibt allerdings fraglich und, wie gesagt, kontrovers. Spannend ist aber, dass sich Wains Motive nie geändert haben, sodass man beide Schaffensphasen gut miteinander vergleichen kann. Dazu empfehle ich schließlich auch den folgenden Kommentar eines Psychiaters zum Werk Louis Wains mit gutem Bildmaterial. Was man letztlich von seinem Zugang zum Werk Wains halten mag, sei dahingestellt, sein Schlusswort passt aber prima und wird vor allem der Kunst gerecht: „I think they’re just beautiful paintings“.

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