Trump-Win / Die 5 besten, irren Dystopiefilme für Jetzt

Donald Trump, das groteske Riesenbaby gewinnt, Leonard Cohen, der stille Dichter stirbt. Über letzteren werde ich noch etwas schreiben, das braucht Zeit und Muße. Die Abneigung gegenüber ersterem kommt dagegen leichter. Billiges Bashing muss aber nicht sein, lieber gewinnen wir zusammen kreative Energie aus diesem Debakel und schauen uns passend zur Zukunft Amerikas ein paar grundrealistische Zukunftsszenarien an. Für meine Auswahl kommen natürlich nur die abgedrehtesten Filme in Frage, ansonsten kann mit der Realität wohl nicht mehr mitgehalten werden.

Claude Faraldo – Themroc (1973)

In einem einengenden, kargen modernen Leben schreit der Mensch natürlich nach Vereinfachung, vielleicht nach Trump. Regression, Emotionalisierung ist da das Stichwort. Unser Protagonist Themroc tut das auch und wird wieder zum Höhlenmenschen. Die Wände seiner Wohnung reißt er ein, wilde bis schlicht geile Urlaute bestimmen fortan die Kommunikation. Erinnert eigentlich auch wieder an Trump.

Louis Malle – Black Moon (1975)

In dieser Zukunftsvision kämpfen Männer gegen Frauen. Gut, entweder man ergibt sich dem Pussygrabbing oder kämpft dagegen an. Man kann dem Irrsinn der Geschlechtertrennung und der Sexualisierung aber auch entfliehen und nach einem grundsätzlich humanen Umgang suchen. Hier führt die Fluchtbewegung für die junge Lily allerdings in den fantastischen Irrsinn.

Christoph Schlingensief – Das deutsche Kettensägenmassaker (1990)

Die Mauer fällt, die Ossis kommen in den Westen und werden dort gejagt, zersägt. In einer Zeit, in der wieder Mauern gebaut werden sollen, kommt dieser filmgewordene, muntere Hass-Trash gerade recht. Wenn Intoleranz und Gefühllosigkeit das politische Geschehen bestimmen, beißt die Kunst radikal dagegen an. Versöhnung ist hier nicht zu haben.

Werner Herzog – Auch Zwerge haben klein angefangen (1970)

Eine Welt, in der sadistisch-verspielte Zwerge die Herrschaft übernehmen, totalitäre Strukturen errichten, die auf purer Willkür basieren. Irgendwie glaube ich daran, dass in Amerika gerade ein ähnlicher Spielstaat entstehen soll, der von Willkür geprägt sein wird. Und Trump in seiner grotesken Wichtigtuerei steht den Figuren hier sicher nahe.

Shin’ya Tsukamoto- Tetsuo (1989)

Eine Welt, in der Mensch und Maschine miteinander verschmelzen, in der Liebe und Annäherung in kalter Zerstückelung enden, die Totalität eines kalten Systems. Ein Präsident, der das Land isolieren, alle unbekannten, freien Elemente eliminieren will, schafft eine funktionale, aber niemals lebendige Gesellschaft, in der Annäherung immer auch Skepsis, letztlich wieder Einsamkeit enthält.

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3 Gedanken zu “Trump-Win / Die 5 besten, irren Dystopiefilme für Jetzt

    • Ja, irgendwie wollte ich auch diese seltsame, vielleicht unangenehme Passivität überkommen, die man so hat, wenn man das Gefühl hat, dass einem die Welt da draußen (in den Händen von irren Menschen) entgleitet. Aktiv also eine eigene Sicht darauf entwickeln, da helfen diese Filme ganz gut!

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