Khavn – The Family That Eats Soil (2005)

Ich dachte mir, ich fange über einen angemessen großen WHUT?-Film wieder mit dem Bloggen an. In letzter Zeit war ich mit Horrorctober, diversen Uniarbeiten und anderem Kram ordentlich ausgelastet, sodass nur wenig Inspiration für den Blog blieb. Also besser keinen zaghaften Neustart, sondern gleich volle Weirdpower mit dem philippinischen Regisseur Khavn. Der dürfte natürlich nur den wenigsten etwas sagen, maximal wohl über seinen Film Mondomanilla (2013), der hierzulande sogar ein richtiges Release unter Rapid Eye Movies bekommen hat. Trotzdem unbekannt und wenn ich mir seinen dreckigen The Family That Eats Soil so angucke, weiß ich auch warum.

Nicht, dass der Film schlecht wäre, denn er ist eher hochinteressant; vielmehr ist er einfach durchweg gestört, schwer konsumierbar, sowohl auf intellektueller als auch moralischer Ebene. Zunächst einmal versteht man gar nicht, wohin das Ding will. Ständig sitzt man mit einer komischen Familie am Esstisch – jeder scheint irgendwie keinen Appetit zu haben, jeder scheint latent oder auffallend gestört zu sein. Da ist der Vater, der irgendwelche Hühner auskackt und Leute im Krankenhaus vergiftet, die Mutter, die trotz akademischer Bildung vor allem Hausfrau bleibt und eine Sexshow im Fernsehen leitet, der Opa (?) mit Nasenbluten, der dickliche Sohn mit Taucherbrille, der sich in medialen Gewaltfantasien verliert, das erwachsene Zwergenbaby mit (auto-)aggressiven Tendenzen und die Tochter, die vor allem vergewaltigt wird. Immer wieder springt der Film von einer Figur zur anderen, mit meist locker-ramschiger Musik, die man angesichts der krassen Ereignisse nur als ironisch werten kann, wirrem Schnitt und billiger Sound- und Bildqualität, inklusive Stop-Motion- und Zeichentrickanimationen. Damit entsteht ein sowohl inhaltlich als auch formal äußerst zerfahrenes, rohes Bild der philippinischen Gesellschaft, in der (zumindest nach diesem Film) Frauen- und überhaupt Menschenhass, Drogen, Sex dominierend gegenüber einer schützenden Familienidylle sind. Diese ist letztlich so zerstört und dem Hass geöffnet, dass sogar das eigene Baby nicht mehr sicher ist. Hier frisst jeder im wahrsten Sinne des Wortes Dreck. Schwer konsumierbar, in seiner verschrobenen Aggressivität aber auch beeindruckend und sicher nicht langweilig.

Advertisements

5 Gedanken zu “Khavn – The Family That Eats Soil (2005)

  1. Whut=WTF?! Das sieht wirklich abgefuckt aus :-/ Du wurdest schon vermisst! Habe mir gerade Dr. Strange gegeben und dachte so zwischendurch: Der wäre was für deinen Blog (in welcher Richtung, musst du dann beurteilen). Aber das Eye Candy kann man sich auf jeden Fall geben.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s