David Firth – Salad Fingers (2004-2013)

Der Nachwuchs-Lynch-Award müsste auf jeden Fall an David Firth verliehen werden. Dessen minimalistische Animationsserie Salad Fingers erfüllt das grotesk-düstere Endzeitfeeling eines Eraserhead (1977) ideal. Dazu kommen ganz eigene Ideen. Im Grunde erzählt die Serie ohne größere Storyentwicklung von einer merkwürdigen Figur namens Salad Fingers, die äußerst verkümmert-zombiehaft und mit Salatfingern (!) durch eine lebensfeindliche, beinahe leere Welt stolpert und dort ihre Fetische auslebt. Etwa, indem sie ihre Salatfinger an rostigen Gegenständen reibt. Die karge, rohe Zeichenart, die wenigen Geräusche und der Soundtrack, der zwischen düsterem Mysterygedüdel, Horrorklängen und elegischen Traumsounds pendelt – all das schafft ein äußerst irritierendes Stimmungsgebilde. Man lacht über manche Szenen, merkt aber, dass die Hoffnungslosigkeit des Szenarios alles letztlich wieder absacken lässt. Zwar wagt sich die Serie bisweilen an bekannte Handlungsmuster wie die Suche nach der Liebe, bricht diese aber immer wieder zugunsten abrupter Handlungsabfolgen oder grotesken Überreaktionen der Figuren. Einfühlen unmöglich, alles eklig. Wunderbar!

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2 Gedanken zu “David Firth – Salad Fingers (2004-2013)

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