Jaromil Jireš – Valerie a týden divu (1970)

Für manche mag Valerie einem surrealen Rausch entsprechen, ich halte ihn zunächst schlicht für die konsequente Filmwerdung der Welt eines heranwachsenden Mädchens. Die junge Valerie muss eines Tages feststellen, dass ein mysteriöser, aber anziehender Mann in die Stadt kommt, gleichzeitig erscheint jedoch auch eine unheimliche Gestalt im alltäglichen Getümmel, sogar nahestehende Personen werden zu gefährlichen Wesen. Auch wird schnell klar: Valeries Menstruation setzt ein, sie wird erwachsen.

Über diese Ereignisse kommen dann die magischen Bilder, merkwürdigen Gegenüberstellungen und obskuren Begegnungen. Alles durchaus Dinge, die dem Surrealen nahestehen. Vor allem deshalb, weil eine scheinbare Alltagswelt hier nahtlos ins Fantastische, Über-Reale, hineingeht. Hinter jeder Tür lauert plötzlich die Überraschung, mal wunderschön, mal düster, manchmal gar beides. Eine Palette aus Licht und Schattierungen – sicherlich märchenhaft, aber eben auch eine Darstellung der Lüste und Ängste eines Mädchens, das erwachsen wird. Das alles natürlich aus kindlicher, magischer Perspektive: Die einfachsten Dinge erhalten einen magischen Schleier: Das Schöne wird fantastisch, das Unschöne grauenhaft.
Gerade die Bilder machen Valerie dabei zu einem durchweg erstaunlichen Film: Schön ineinadergreifende Farben vor weichem Pastell, herrliche hell-dunkel-Kontaste und schließlich auch eine bezaubernd schöne Hauptdarstellerin, die kontroverserweise eben nicht das unschuldige Mädchen bleibt, das man aus dem europäischen Märchenfilm kennt.

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