Shpongle – Nothing Lasts… But Nothing Is Lost (2005)

Ich stehe zwar auf psychedelische Musik, aber Goa und all der technonahe Psych-Kram haben es mir nie so recht angetan. Meist war das ziemlich stur-repetitives Rumgeballer mit billig aufgeklatschten Effekten, mit einer fetten Anlage in der Disco vielleicht wirkungsvoll, für sich genommen aber nur nervig und gewollt. Shpongle haben mein Verhältnis dazu ein wenig geändert, vor allem mit ihrem hyperagilen Album Nothing Lasts… But Nothing Is Lost. Zwar gibt es auch hier die typischen Elemente psychedelischer Tanzmusik, also glattes Beatgeballer und bisweilen esoterisches Rumgeseiere, aber dann auch viel, viel mehr.

Klar, das Album ist sicher nichts für anspruchsvolle Klangzergliederer. Dafür ist die Platte zu klar produziert und schielt mehr auf die Beine, die Emotion, als auf den Kopf. Sehr eso, klar, aber auch unglaublich mitreißend. Denn Shpongle sind (wie schon der Name verrät) viel zu bescheuert, um schlicht im Hintergrund rumzuleiern. Lieber stecken sie 20 sehr individuelle Tracks mit diversen Einflüssen und Instrumenten, verzerrten Samples und vielen Brüchen zu einem einzigen bekloppten Soundfluss zusammen, der meist schräg, teils schön, teils faszinierend, sogar ein bisschen unheimlich ist. Sehr tanzbar, aber auch enorm sphärisch, ideal für eine grellbeleuchtete Grotte, einen einzigen Headtrip, wahlweise eine Stunde oder eine Minute lang. Immer ist klar, für welche Aktivitäten diese Musik geschaffen ist, macht aber auch so schnell Spaß und das soll bei allem Experimentieren ja auch mal sein.

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