Media Monday #253

[Hier gehts zu den Fragen!]

1. Wenn mal jemand auf die Idee käme, einen Film zu drehen, der komplett aus der Perspektive eines geisteskranken, sprechenden Vogels gedreht ist, wäre ich als Geldgeber durchaus geneigt, ein paar Scheinchen beizugeben.

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal ein bisschen mehr Radikalität in der Betrachtung herrschen. Fiese, laute Verrisse machen Spaß und laden den Leser zur emotionalen Auseinandersetzung mit dem Film ein. Darf gerne (auch hier) mal sein.

3. Melvil Poupaud braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie seine Rolle in Laurence Anyways eindrucksvoll beweist, schließlich zeigt er hier ein unglaublich intensives Spiel in seiner Rolle zwischen Mann und Frau.

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl den Film Borgman gemieden. Oder vielleicht auch nicht. Zumindest zeigt der Film, dass mich nicht jeder hochskurrile, außergewöhnliche Film ansprechen muss. Dieser war nämlich schon sehr gewollt und nervte mit seinen absolut dämlichen Figuren.

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme, schlafe ich, um neue Energie für diese Hobbies zu sammeln. Sonst bleibt mir ja nichts.

6. Es könnte ruhig mehr First-Person-Filme geben, schließlich hat Enter the Void gezeigt, dass man intensives, düsteres Charakterkino auch wunderbar aus der brutal-unmittelbaren Ich-Perspektive zeigen kann. Da geht weit mehr als nur ein Film wie Hardcore mit seiner Balleraction.

7. Zuletzt habe ich The Legend of Kaspar Hauser gesehen und das war erfrischend, weil der Film vollkommen auf irgendwelche Erzählstandards gekackt hat und hemmungslos absurde Dialoge und seinen großartigen Technosoundtrack gefeiert hat.

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11 Gedanken zu “Media Monday #253

  1. Ich habe HARDCORE ja noch nicht gesehen, finde aber den Ansatz extrem kinetische Action aus Ego-Perspektive zu zeigen ziemlich spannend. Gerade der Perspektivwechsel könnte doch frischen Wind bringen!

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    • Ich will „Hardcore“ tatsächlich gar nicht an sich fertig machen (bin selbst gar nicht uninteressiert), aber ich finds nur schade, dass nach „Enter…“ lange nichts der Art kommt und dann „nur“ ein Actionstreifen. Finde, damit könnte man noch ganz andere Sachen machen (siehe z.B. Antwort 1)! Aber klar, das Actiongenre selbst profitiert von sowas natürlich enorm und wenn es mehr solcher Spielereien gäbe, ließen sich da bestimmt schöne neue Impulse gewinnen.

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  2. Wie kommst du denn auf dieses explizite Beispiel mit dem irren Vogel?

    Ich hasse Ego-Perspektive. Kann ich schon bei Videospielen nicht ab. Brauche ich im Film also erst recht nicht. Wüsste auch nicht, was man da großartig tolles machen könnte.

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    • @Vogel Haha, keine Ahnung! Aber ich fänds sehenswert.

      Die Perspektive würde an sich auch nicht unbedingt neue Inhalte schaffen, aber das Intensitätsgefühl ist schlicht ein anderes. Und ich finde, dass das Kino als Kunstform ruhig alles wagen und vor einem „Style over Substance“-Vorwurf nicht zurückschrecken darf. Über die Form lassen sich ja auch neue Inhalte oder zumindest Verweise auf einen nicht formulierten Inhalt schaffen.

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      • Ja, klar sollte es das und darf es auch. Ich sehe aber gerade bei dieser Perspektive wenig Möglichkeiten wirklich ein gutes filmisches Ergebnis über längere Laufzeit abzuliefern, da das irgendwann einfach ermüdend wirkt, glaube ich. Für Kurzfilme könnte ich mir da aber das ein oder andere intensive Erlebnis vorstellen. Aber generell stehe ich dem ganzen eher skeptisch gegenüber. Wahrscheinlich verkommt es dann irgendwann eh zu reinem Selbstzweck wie die Found-Footage-Perspektive im Horrorfilm, die auch nur noch auf den Sack geht.

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    • Da sind wir auch gleich wieder bei dem Grundproblem Kunst vs. Konsumierbarkeit. Spannend ist eben die Frage, wie sich sowas dynamisch genug gestalten lässt, dass es seine Vorzüge präsentieren kann ohne abstumpfend und selbszweckhaft zu wirken, wie du es anhand des Found-Footage ja gut benannt hast. Mein angeführtes Beispiel „Enter the Void“ läuft in seiner (zumindest über große Strecken durchgehaltenen) Perspektive ja gut 160 Minuten und wird von den einen als anstrengend, von den anderen als einnehmend beschrieben – polarisierend sind solche Techniken auf jeden Fall. Aber auch spannend, gerade auch deshalb.

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