Psychedelischer Hip-Hop

Als echter, neugieriger Freund verschiedenster Psychedelia interessiert mich auch der psychedelische Hip-Hop, der natürlich eng mit dem vielleicht bekannteren Label „Experimental Hip-Hop“ verbunden ist. Die beatgetriebene Musik des Hip-Hop wird hier mit flächigen Effekten versehen, um eine bestimmte bewusstseinserweiternde Atmosphäre zu schaffen. Gleichzeitig werden aber auch die Songstrukturen, gerade auch die Beats selbst immer wieder durchbrochen, etwa durch ungewöhnliche Genreversatzstücke (hier v.a. Jazz). Faszinierende Musik, weitab vom straßennahen Rap, der eindeutigen Lebenswirklichkeit hin zu ganz eigenen Zonen. Hier einmal drei empfehlenswerte Künstler.

Gonjasufi

Im Rahmen meines Genreliebe-Beitrags (siehe Link oben) habe ich diesen faszinierenden Künstler schon vorgestellt. Obwohl seine Musik im Grunde vor allem Hip-Hop ist, stecken auch wahnsinnig viele andere Musikrichtungen darin. Teilweise klingt das schon sehr zugedröhnt, aber was will man eigentlich mehr? Ein besonderer Einfluss ist auch die islamische Kultur, denn der Mann ist, wie der Name schon verrät, ein Sufi, also islamischer Mystiker. Dass er auf seinen persönlichen Entdeckungstouren so manchen Pilz verdampft hat, ist nicht auszuschließen. Vielleicht einer der skurrilsten Musiker aller Zeiten.

Flying Lotus

Flying Lotus ist schon eine feste Größe in der alternativen elektronischen Szene. Seine meist instrumentale Musik ist hochkomplex, die Beats gerne zerstückelt oder einfach in sehr schrägen Takten, quasi Math-Elektronik. Kalt oder unzugänglich ist das ganze aber dennoch nicht. Gerade auf seinem meisterhaften, bezeichnend betitelten Album Until the Quiet Comes (2012) gibt es enorm viele ambientartige Passagen, in denen Stimmfragmente und warme Elektronik in tiefste Gefilde abtauchen, nur um mit fokussiertem Beat wiederzukehren. Ein irrer, wunderschöner Wirbel, bei dem sogar der Radiohead Thom Yorke sein Feature hat.

Shabazz Palaces

Shabazz Palaces sind hier wohl noch am ehesten am üblichen Hip-Hop dran. Die Stimme ist cool und gesetzt, der Rapper haut mit Slangs gerne um sich und zeigt damit durchaus echtes Street-Rap-Flair. Die Songs jedoch sind alles andere als greifbar, verfremdet durch Stimmverzerrung, komische Samples und wuchernde Elektronik. Die Songtitel sind schräg, die Bedeutung der Musik kaum richtig zu durchdringen. Man wippt locker mit, steckt mit dem Kopf aber schon weitab in den Sternen. Exzellenter Space-Street-Rap.

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