Media Monday #251

Ach, man ist ja ständig beschäftigt und plötzlich merkt man, dass da noch ein paar Fragen auf einen warten. Media Monday! Überhaupt: Montage kommen immer plötzlich, mit allen anderen Wochenblöcken (unter der Woche/Wochenende) hat man sich leichter arrangiert.

1. Enttäuschung drückt nicht annähernd aus, was ich empfand, als ich den neuen deutschen Genrefilm Wild gesehen habe. Okay, so schlimm war er nicht, insgesamt noch irgendwie okay, aber einen irrealen Trip habe ich weniger bekommen als eine bemüht-provokante Darstellung einer Person mit der ich mich kaum identifizieren konnte.

2. Wenn andere so über den Tatort reden, frage ich mich immer, welchen Zeitpunkt ich eigentlich verpasst habe, da selbst einzusteigen. Irgendwann war das richtig groß geworden und ich stand nur noch davor. Interessiert mich ja eigentlich nicht, bin nur verwundert über das große Interesse überall.

3. Manchmal fragt man sich ja, was die Verantwortlichen sich bei der Auswahl der Filmtitel denken, wie etwa bei allen möglichen deutschen Verleihtiteln. Schon klar, dass man das Zeug für ein fremdsprachiges Publikum irgendwie erreichbar machen muss. Ich schau mir ja auch Filme mit Synchros an oder lese übersetzte Bücher, aber diese Verfremdung ursprünglicher Titel ist einfach Mord an der Filmkunst. Man muss doch nach Entsprechungen suchen und nicht am Film vorbeiwerben.

4. Bei historischen Stoffen freue ich mich zunehmend über Filme, die das eigentliche historische Setting verfremden und selbsternannte Historiker so gern mal vor die Nase stoßen. Film ist eine wirklichkeitsunabhängige Darstellungsform, es geht um den künstlerischen-eigensinnigen Umgang mit etwas Bestehenden nicht um dessen adäquate Abbildung. Sophia Coppola weiß mit ihrem Film Marie Antoinette z.B. wie das geht.

5. Vom Set-Design her liebe ich Suspiria. Dario Argento hat sich wahnsinnige Mühe gegeben ein psychedelisches Hexenhaus zu inszenieren, dabei alle möglichen Farben, Kostüme und natürlich Räumlichkeiten für seine Vision aktiviert. Ein Rausch!

6. Eines der wohl meistbemühten Klischees ist es ja wohl, dass bestimmte Figuren in Filmen nur als Indikatoren für irgendwelche höheren Entwicklungen vorkommen. Wenn man in einem Thriller etwa eine vollkommen unbekannte Person irgendwelche alltäglichen Dinge machen sieht, weiß man doch, dass ihr bestimmt gleich was zustößt. Es geht dann auch gar nicht um diese Person, sondern um die Person als Folie für das Grauen, das sie erwischt. Hat immer was sehr kostruiertes.

7. Zuletzt habe ich Grimes gehört und das war prima, weil die Mischung aus sanften Dream-Pop-Anleihen und klarer Tanzmusik sehr gut aufgeht und dazwischen immer wieder kreative Ausbrüche erlaubt. Traumhafte und gleichzeitig sehr lebendige Musik, hörenswert.

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7 Gedanken zu “Media Monday #251

  1. SUSPIRIA Setdesign FTW!

    Und GRIMES hab ich lustigerweise gestern auch gehört. Aber HALFAXA und nicht das neueste Album. MY SISTER SAYS THE SADDEST THINGS ist ein so wundervoller Track. Muss ich direkt anmachen 🙂

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      • Das geht mir zu teilen auch so. GEIDI PRIMES kenne ich noch gar nicht und bin damals auch erst mit VISIONS so richtig auf sie aufmerksam geworden. Aber dann auch dabei geblieben – ein paar Singles waren zwar furchtbar, die zwischendurch mal kamen, aber das neueste Album ist für mich so ziemlich das Beste, was Popmusik sein kann (sofern man sich denn erlaubt, diesen Begriff recht weitläufig zu benutzen).

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