Media Monday #249

media-monday-249

Noch kunterbunter als beim letzten Mal bringt der Media Monday wieder interessante Fragen. Let’s see…

1. Weil es heute so schön passt: Bei technischen Problemen mit meinem Blog würde ich die Gelegenheit nutzen und ein Buch in die Hand nehmen. Ganz oft gings mir so, dass technische Pannen/erzwungene Laptop-Abstinenzen zu schönen Leseerlebnissen geführt haben. Manchmal muss man echt aus dem Netzdschungel herausgezwungen werden, um das zu erkennen.

2. Shining (1980) wird – wie ich finde – seiner Vorlage absolut nicht gerecht, da Stanley Kubricks Version die typische Malen-nach-Zahlen-Psychologie eines Stephen King zugunsten unbewusst-großartiger Ästhetik verwirft. Ein Film voller befremdlicher Leerstellen, der es dem Zuschauer nie leicht macht, ihn vielmehr in eine unentrinnbar düstere Lage versetzt. King hat viel mehr auf Psychologisierung und damit auf ein Greifbarmachen des Grauens gesetzt. Nice try, aber Horror funktioniert besser über Leerstellen.

3. Davon ausgehend, dass Angst ein zeitloses Gefühl ist, werden treffsichere Horrorfilme wie Halloween für immer gruselig sein.

4. Alles redet über Batman und Superman. Ich für meinen Teil kann den Hype um diesen und Superheldenfilme überhaupt nicht ganz nachvollziehen. Habe das an anderer Stelle schon mal geschrieben. Witzig, dass es wieder auf mich zurückkommt. Na ja, ich schaue lieber kaputte Superhelden-Satiren wie Super.

5. Müsste ich euch mal so ein richtig tolles Buch empfehlen, dann ist es sicher The Picture of Dorian Gray. Hier haben wir einfach alles: Pointiert-witzige Dialoge zum Abheften, philosophische Gedanken um Schönheit und Vergänglichkeit und einen schauderhaft-faszinierenden Plot, der in einem der schockierendsten Finale der Literaturgeschichte mündet. Wer es noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt tun.

6. Während ich beispielsweise Das Blut eines Dichters richtiggehend großartig fand, konnten mich spätere Werke von Jean Cocteau leider nicht annähernd so überzeugen, weil er seinen frühen, radikalen Surrealismus schnell zugunsten einer märchenhaft gezähmten Ästhetik aufgegeben hat. Spuren davon gibts natürlich noch, aber den Verlust früherer Radikalität kann man eigentlich immer wieder nur bedauern.

7. Zuletzt habe ich Dark Water (2002) gesehen und das war nur mäßig gruselig, weil der Film seinen Geisterplot zwar sehr sorgfältig begründet, darüber hinaus aber nicht wirklich zu beunruhigen weiß. Vielleicht gerade, weil er so sorgfältig begründet. Wenn man aber ein Horror-Drama à la Das Waisenhaus sucht, kann man hier fündig werden.

Advertisements

2 Gedanken zu “Media Monday #249

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s