Sóley im Jazzhaus Freiburg

Sóley gehört schon seit langem zu meinen Favoriten, was den zeitgenössischen Indie-Pop angeht. Ihre vielgestaltige Mischung aus Schwermut und kindlich-skurriler Fantasie ist nicht irgendein vage selbstherrlicher DIY-Tagebuchpop, sondern wird zum stimmungsvollen Klangteppich, dem man sich am besten auf voller Albumlänge ergibt. We Sink (2011) und Ask the Deep (2015) sind, bereits durch den Namen, nah beinander in ihrer Tendenz zur Weltverlorenheit, die aber auch jederzeit fantasievolle Freiheit bedeuten kann.

Nun in concert zeigt Sóley, dass sie ihre Klanglandschaften sowohl stimmlich als auch instrumental kraftvoll auf die Bühne bringen kann. Zwar hadert es anfangs an der Technik, die Stimme kann nur schwer gegen Schlagzeug, Gitarre und Effekte ankommen, dann aber gelangt sie leichtfüßig in ihre Zauberwelt.
Sóleys sympathische Kommentare zwischen den Songs lassen sie jenseits jeder Selbststilisierung, wie noch auf ihrem Album-Artwork erkennbar, persönlich greifbar werden, unterbrechen jedoch den atmosphärischen Fluss, der auf Albumlänge sonst ideal besteht. So bleibt es eher ein meisterhaftes, wenn auch etwas kurzes Indie-Pop-Konzert als eine geschlossen zauberhafte Erfahrung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s