Anthony Hopkins – Slipstream Dream (2007)

Ryan Gosling bleibt nicht der einzige Schauspieler, der den treuen Fan mit der eigenen Filmkunst ordentlich verschreckt haben dürfte, auch Anthony Hopkins schließt sich dem, in noch weit verschärfterem Rahmen, an. Was er uns präsentiert ist nichts anderes als die absolute Vernichtung jeglichen Sinnzusammenhangs, den wir für den Bilderfluss, den „Stream“ der Filmhandlung, oft bequem voraussetzen. Eine Handlung lässt sich hier also nur schwer nennen, es geht um einen Mann, der sein Leben und Drehbuch nicht mehr auseinanderhalten kann.
Was Lynch im weiteren Verlauf seiner Filme gern erprobt, Hélène Cattet / Bruno Forzani sehr schnell beginnen, setzt bei Hopkins direkt an. Der Wahn zeigt sich hier nicht rückblickend, sondern unmittelbar und in extremer Zerrsicht, schließlich auch in purer Zerstörung. Wer ein zerfallenes Gehirn in Filmform gepresst erleben möchte, dem sei Slipstream Dream also sehr empfohlen.

Obwohl Hopkins seinem Film, als einziges Zugeständnis, die pathologische Deutung beilegt, lässt er es sich nicht nehmen, diese Pathologie bis zum Exzess zu feiern. Enorm häufige Schnitte, Spiegelungen, Farbfilter, Zeitbeschleunigungen und -Sprünge, dazu plötzliche Identitätswechsel, Brüche im Raum- und Handlungskontinuum – Hopkins nutzt jede erdenkliche filmische Technik, um den Zuschauer nicht nur zu verwirren, sondern schlicht fertig zu machen.
Ich liebe solche bildgewaltigen Torturen, pure Flashs, die hochkonzentrierte Filmphysis, kann jedoch nicht nur Epileptiker davor warnen, diesen Film zu genießen. Was Lynchs Inland Empire in seiner zähen Kreisform bereits heftig angemahnt hatte, bringt Hopkins hier zu einem verspulten, enorm penetranten, penetrierenden Ende:
Get fucked by a movie.

Da es wenig Sinn macht diesen unmittelbar wirkenden Film über einen Trailer vorzustellen, verlinke ich hier direkt den Filmstream, der dank Netzkino.de vollends legal online steht. Wer wagt, darf gerne kosten, schon die ersten fünf Minuten ergeben einen guten Geschmack:

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