Ein kleiner Versuch zur Popkultur

Was Popkultur und Pop-Ausdruck kennzeichnet, sehe ich in letzter Zeit erstaunlich deutlich. Mit Blick auf Warhols Masseninszenierung der Objekte, sehe ich Pop als ein Schichtungsphänomen, bei dem Versatzstücke impulshaft angehäuft werden, durch Reiz-Effekte oberflächlich verstärkt und so attraktiv gemacht werden. Von demher wundert es mich nicht, dass Warhol nicht bloß einige Fotos von Marylin Monroe abgedruckt hat, sondern diese auch noch vielfarbig eingefärbt hat. Ebenfalls greifbar wird so die große Aufmerksamkeit, die den Drill-Szenen in Full Metal Jacket (1987) zuteil wird. Die rhythmisch beeindruckende Häufung effekthaschender Sprachkonstruktionen des Sergeant Hartman ist ein gutes Beispiel für dieses Schichtungsphänomen. Auch zeigt sich daran ein zweites Merkmal des Pop: Die Referenzoffenheit.

Die Kommentare des Sergeant lassen sich leicht in andere Kontexte übernehmen (was die gefühlten tausend Fanvideos auf Youtube gut dokumentieren), die Handlung des Films ist dafür nicht von Bedeutung. Allein der Effekt der einzelnen Reden trägt diese quasi alleine. Die einzelnen Versatzstücke des Schichtungshaufens Pop lassen sich problemlos wieder herauslösen und in andere Kontexte setzen, wo sie in möglichst effektvoller Symbiose neue Schichtungshaufen bilden. Mit der Referenzhaftigkeit lassen sich natürlich böse Kombinationen voller Subversivität erreichen (siehe etwa die hochreflektierte Pop-Band The Residents), allerdings auch bloße, beliebige Selbstzweckspielereien. Gerade hier gilt die popkulturelle Weisheit: Choose wisely.

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