Sarah Kane – Blasted (1995)

Soldier: Turn over, Ian.
Ian: Why?
Soldier: Going to fuck you.
Ian: No.
Soldier: Kill you then.
Ian: Fine.
Soldier: See. Rather be shot than fucked and shot.

(Sarah Kane: Blasted. In: Sarah Kane: Complete Plays, London 2001, 1-63, hier: 49.)

Schwer fasziniert von einer Lektüre, die kein echtes Schwarz bringt, aber Asche, differenzlos und kalt. Sarah Kanes Blasted bewegt sich zwischen Beckett’scher Apokalypse und fahler Sinnsuche, ehe der subtile Unterton Gewalt zur scharfen Form wird. Ein ehemaliges Paar streitet in einem Hotelzimmer, bis ein Soldat eintritt und alles eskaliert. Ohne Optionen und Fluchtwege zersplittert das Bild, die Charakter werden lose, fassen sich nie wieder. Dafür aber surreale Sprünge in der Wahrnehmung, Hell und Dunkel, Vergewaltigung und Mord. Gewalt wird hier strukturell, substantiell, sie zerstört Formen des Zusammenlebens und Zusammendenkens. Wer heute Blasted liest, wird dessen tiefe Zeitlosigkeit sofort spüren.

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