Noise und Rock’n’Roll

Die Zitate sind bekannt. Man weiß, dass der alte, melodische Rock’n’Roll der 60er-Jahre wie er etwa von den Beatles und den Rolling Stones gespielt wurde als furchtbarer Lärm, Krach, Noise bezeichnet wurde. Gute 50 Jahre später und mit Gruppen wie Throbbing Gristle oder den Einstürzenden Neubauten, kurz dem Industrial, aber auch dem Shoegaze von My Bloody Valentine, ist man dem Noise gefühlt objektiver nahegekommen. Melodien sind innerhalb der noisigen Tonspuren kaum mehr auszumachen und es ist auch illusionär zu glauben, dass der Baustellenlärm der Neubauten in 50 Jahren noch echte Harmonien zeitigen wird.

Tatsächlich sollte man zum Schluss kommen, dass der historische Noise einem faktischen Noise, also einer absoluten Melodiebefreiung zugunsten strukturfeindlichem Lärm gewichen ist. Ebenso sollte darin auch eine Entwicklung anerkannt werden. Noise Rock ist konsquenter Rock, der seine Entstehungsbedingungen erkannt und weitergetrieben hat. Lautstärke war maßgeblich und ist im Noise nicht nur maßgeblich geblieben, sondern essentiell geworden. Dabei wurde das optionale Element des Rock’n’Roll geopfert: Die Melodie.

Als schöner Brückenschlag zwischen klassischem Rock und Noise Rock bietet sich übrigens die Gruppe The Jesus and Mary Chain an. Zwischen eingängigen Melodien und infernalischem Lärm schieben sie ihre Songs zu kurzen Rockstücken zusammen.

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